Das Verhütungspflaster: Das müssen Sie wissen

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Das Verhütungspflaster – oft auch Hormonpflaster genannt – ist ein immer beliebter werdendes Verhütungsmittel, das ähnlich wie die Antibaby-Pille wirkt. Das Verhütungspflaster hat zwei große Vorteile: Seine Wirkungsweise ist sanfter als die der Pille und man muss nicht täglich daran denken.  Was Sie noch alles über das Verhütungspflaster wissen müssen, erfahren Sie hier.

Wie wirkt das Verhütungspflaster?

Das Synonym Hormonpflaster verrät schon, dass das Verhütungspflaster ähnlich wie die Pille hormonell wirkt. Das Pflaster muss auf die Haut aufgeklebt werden und gibt im Anschluss daran Hormone in einer gleichmäßigen Menge ab. Bei den abgesonderten Hormonen handelt es sich um Östrogen und Gestagen.

Der Vorteil: Im Gegensatz zur Antibabypille nehmen die Hormone beim Verhütungspflaster nicht den Umweg über den Magendarm-Trakt, sondern gelangen direkt ins Blut. Aus diesem Grund eignet sich das Hormonpflaster insbesondere für Frauen, die unter einem nervösen Magen oder einem reizbaren Darm leiden.

Durch die Nutzung des Verhütungspflasters wird der Eisprung der Frau verhindert. Dementsprechend kann es auch nicht zur Einnistung eines befruchteten Eis kommen. Gleichzeitig stärkt das Hormonpflaster den Schleimpfropfen, der die Gebärmutter verschließt und vor Spermien schützt. Dementsprechend wird eine Befruchtung zusätzlich erschwert.

Das Verhütungspflaster ist ein etwa 11 cm2 großes, fast quadratisches Pflaster. Es ist hautfarben und dadurch besonders unauffällig. Seine besondere Oberfläche sorgt dafür, dass das Verhütungspflaster auch im Wasser hält.

Wie wird das Verhütungspflaster eingesetzt?

Die Anwendung vom Hormonpflaster ist verhältnismäßig einfach. Folgende Punkte müssen Sie beachten, wenn Sie das Pflaster als Verhütungsmittel einsetzen wollen:

  • Kleben Sie das Pflaster am 1. Tag der Menstruation auf die Haut
  • Beachten Sie hierbei:
    • geeignete Stellen hierfür sind: Bauch, Po, Oberkörper, Außenseite des Oberarms, Schulterblätter und Hüfte
    • nicht geeignet sind: Brüste, Beine
    • Wählen Sie stets eine Stelle, an der keine Kleidung reibt
  • Achten Sie darauf, dass die Haut fettfrei, sauber und trocken ist
  • Kleben Sie nach einer Woche ein neues Pflaster auf
  • Beachten Sie hierbei:
    • Nehmen Sie nicht die gleiche Hautstelle (zur Schonung der Haut)
    • Wählen Sie jedoch den gleichen Bereich (beispielsweise Bauch oder Gesäß)
  • Wechseln Sie das Pflaster eine Woche später nochmals
  • Setzen Sie in der vierten Woche für eine Woche aus (wie bei der Einnahme der Antibaby-Pille)

Für wen ist das Verhütungspflaster geeignet – und für wen nicht?

Das Verhütungspflaster bringt eine Reihe von Vor- und Nachteilen, die teilweise auf der Hand liegen und teilweise eher versteckt sind.

Die beiden größten Vorteile des Verhütungspflasters wurden eingangs bereits genannt. Es ist schonender für den Magendarm-Trakt und kann weniger oft vergessen werden.

Dementsprechend  eignet es sich vor allem für:

  • Frauen mit einem nervösen Magendarm-Trakt
  • Frauen, die die Antibaby-Pille häufig vergessen
  • Frauen, die viel unterwegs und auf Reisen sind
  • Frauen, die in Schichten arbeiten

Den Vorteilen dieses Verhütungsmittels stehen allerdings auch einige Nachteile gegenüber. Interessanterweise unterscheiden sich diese nur geringfügig von denen der Antibaby-Pille.

Nebenwirkungen des Verhütungspflasters

  • Erhöhtes Thrombose-Risiko
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtszunahme
  • Migräne
  • Übelkeit

Diese sehr ähnlichen oder sogar identischen Nebenwirkungen treten auf, weil es sich beim Verhütungspflaster wie bei der Pille um ein hormonelles Verhütungsmittel handelt, dass den Hormonhaushalt der Frau langanhaltend beeinflusst.

Zusätzlich klagen manche Frauen, die das Hormonpflaster benutzen, über Hautreizungen, die durch dieses Verhütungsmittel hervorgerufen werden. Die Reizungen entstehen, weil die Hormone direkt über die Haut in den Körper gelangen, treten allerdings nicht bei jeder Frau auf.

Ein letzter, nicht unwesentlicher Nachteil des Verhütungspflasters ist der nicht existente Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Dementsprechend ist das Verhütungspflaster ungeeignet für:

  • Frauen mit einer reizbaren Haut
  • Frauen, die oft den Sexualpartner wechseln
  • Frauen, die rauchen
  • Frauen mit Blutgerinnungsstörungen
  • Frauen, die mehr als 90 kg wiegen (kein ausreichender Schutz vor Schwangerschaft)

Das Verhütungspflaster ist eine gute Alternative zur Antibaby-Pille, die von immer mehr Frauen genutzt wird, um eine ungeplante Schwangerschaft zu verhindern. Da die Gefahr eine Verhütungspanne verhältnismäßig gering ist, ist das Pflaster vor allem bei jungen Paaren sehr beliebt. Aufgrund des mangenden Schutzes vor Geschlechtskrankheiten sollten Sie stets immer zusätzlich mit einem Kondom verhüten, wenn Sie Ihre Sexualpartner häufig wechseln.

Wenn Sie sich für den Einsatz von einem Verhütungspflaster interessieren, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Gynäkologen suchen. Dieser kann bestimmen, ob das Hormonpflaster als Verhütungsmittel geeignet ist.

Bild: © Depositphotos.com / Syda_Productions

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