Finanzielle Hilfe in Notlagen durch die „Bundesstiftung Mutter & Kind“

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Im Jahr 1984 wurde die „Bundesstiftung Mutter & Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ als eine Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Das Ziel: Schwangere Frauen, die in eine Notlage geraten sind, finanziell unterstützen und so zu einer Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen. Dabei unterstützt die Stiftung beispielsweise in finanzieller Hinsicht bei der Erstausstattung für das Kind, bei der Weiterführung des Haushalts, bei Wohnung sowie Einrichtung und auch bei der Betreuung des Kleinkindes.

Die Höhe und Dauer der Unterstützung ist zum einen von der individuellen Situation der jeweiligen werdenden Mutter abhängig. Allerdings spielen auch die Gesamtzahlen aller Antragstellerinnen eine Rolle. Die Leistungen werden von der Bundesstiftung in den meisten Fällen nur bis zum 3. Lebensjahr des Kindes gezahlt, außerdem gibt es darauf keinerlei rechtlichen Anspruch. Außerdem handelt es sich um ergänzende Hilfen, die keinesfalls für die Lebensführung mit Kind ausreichend sind, sondern diese nur erleichtern sollen.

Die Mittel der Stiftung

Entsprechend den Vorschriften des Stiftungserrichtungsgesetzes handelt es sich bei der „Bundesstiftung Mutter & Kind“ um eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts. Damit untersteht sie der Rechtsaufsicht des „Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“. Für ihre Arbeit erhält die Stiftung pro Jahr mindestens 92 Millionen Euro, die ihr aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung gestellt werden. Dieser Betrag richtet sich nach einem Bevölkerungsschlüssel und wird an Zuwendungsempfänger in den einzelnen Bundesländern vergeben. Dabei handelt es sich entweder um Landesstiftungen oder um Einrichtungen, die im Sinne des Stiftungszwecks tätig sind.

Voraussetzungen für den Erhalt von Stifungsmitteln

Um Leistungen aus den Mitteln der „Bundesstiftung Mutter & Kind“ erhalten zu können, muss die werdende Mutter folgende Voraussetzungen erfüllen:

  1. Ihr Wohnsitz oder ihr gewöhnlicher Aufenthalt befindet sich in Deutschland
  2. Es liegt eine Notlage bei der werdenden Mutter vor
  3. Der Antrag auf Mittel aus der Stiftung wird vor der Entbindung bei einer entsprechenden Schwangerenberatungsstelle im jeweiligen Bundesland des Wohnsitzes der schwangeren Frau gestellt
  4. Eine Hilfe ist anderweitig nicht oder nicht rechtzeitig möglich oder nicht ausreichend

Mittel, die durch die „Bundesstiftung Mutter & Kind“ gewährt werden, dürfen nicht gepfändet werden. Auch eine Anrechnung auf mögliche Sozialleistungen darf seitens des jeweiligen Leistungsträgers nicht erfolgen.

Beantragung und Bewilligung der Stiftungsmittel

Wer Mittel aus der „Bundesstiftung Mutter & Kind“ beantragen möchte, muss den Antrag über die vor Ort tätigen Schwangeren- bzw. Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen stellen. Dabei ist ein persönlicher Kontakt mit der entsprechenden Beratungsstellung unumgänglich. Per E-Mail oder auf dem Postweg kann der Antrag auf Stiftungsmittel nicht gestellt werden.

Welche Leistungen werden gewährt?

Die aus den Stiftungsmitteln gezahlten Leistungen werden für Aufwendungen gewährt, die aufgrund von Schwangerschaft, Geburt sowie Pflege und Erziehung des Kleinkindes entstehen. Darin enthalten sind unter anderem die Erstausstattung für das Baby, die Weiterführung des eigenen Haushalts, die Wohnung sowie deren Einrichtung und auch die Betreuung von Säugling bzw. Kleinkind.

Es handelt sich bei den Mitteln grundsätzlich nur um eine ergänzende Hilfe für Mütter, die sich aufgrund einer Notlage an eine Beratungsstelle wenden und so nach einer Erleichterung für die Fortsetzung der Schwangerschaft „suchen“.

In der Regel richten sich Höhe und Dauer der finanziellen Unterstützung nach den jeweiligen Umständen der Notlage. Die Entscheidung über die Gewährung treffen die Zuwendungsempfänger der Bundesstiftung in den Ländern.

Wann wird von einer Notlage ausgegangen?

Von einer Notlage einer werdenden Mutter wird gesprochen, wenn ihre eigenen Einkünfte nicht für den finanziellen Bedarf für Schwangerschaft, Geburt sowie Pflege und Erziehung des Kindes ausreichend sind. Zudem muss der Tatbestand bestehen, dass andere staatliche Leistungen nicht rechtzeitig oder auch nicht ausreichend zur Verfügung gestellt werden können.

Aktiver Kinderschutz dank früher Hilfe

Durch finanzielle Zuschüsse werden schwangere Frauen, die in eine Notlage geraten sind, von der „Bundesstiftung Mutter & Kind“ unterstützt. Die Stiftungsmittel stellen dabei einen entscheidenden Beitrag zum aktiven Kinderschutz dar. Schon vor der Geburt können sich Frauen individuell zu möglichen Hilfen beraten lassen. Auch nach der Geburt kann eine „Nachbetreuung“ durch die Beratungsstellen in Anspruch genommen werden.

Durch die Leistungen der „Bundesstiftung Mutter & Kind“ wird eine Brücke zur Kinder- und Jugendhilfe gebaut, auch wenn die Bundesstiftung keinem „staatlichen Schutzauftrag zur Abwehr von Kindeswohlgefährdungen“ verpflichtet ist.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders

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