Co-Elternschaft: Das Ende der traditionellen Familie?

Co-Elternschaft

Eine Familie, das sind ein Vater, eine Mutter und ein oder mehrere Kinder – zumindest wenn es nach dem traditionellen Verständnis des Begriffs geht. Wissenschaftliche Fortschritte und gesetzliche Änderungen sorgen jedoch dafür, dass die „Institution Familie“ immer weitläufiger definiert werden kann und dementsprechend auch immer mehr Erscheinungsformen vorweist. Eine davon ist die Co-Elternschaft.

Das „Teilen“ der Verantwortung – und der Kinder

Eine Co-Elternschaft ist eine Konstellation, die von Außenstehenden häufig als sehr irreführend verstanden wird. Oftmals wächst das Kind parallel beim Vater und der Mutter auf, die zwar getrennt leben, sich allerdings nicht als Alleinerziehende bezeichnen. Co-Eltern teilen sich die Verantwortung für das Kind auf, beabsichtigen jedoch nicht, dieses „hin und her zu reichen“. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Eltern sowohl einen Vater als auch eine Mutter haben, die jedoch nicht in einer Ehe oder anderen Beziehungsform zusammenleben.

Nicht immer sind die Eltern heterosexuell

Ein weiterer Faktor, der eine Co-Elternschaft ausmacht, ist die Zwanglosigkeit der sexuellen Orientierung. Das bedeutet, dass die Eltern nicht unbedingt hetero- oder bisexuell sein müssen. Oftmals ist eine Co-Elternschaft eine gute Möglichkeit für homosexuelle Menschen, um ein Kind zu bekommen und dieses als biologische Mutter oder Vater aufzuziehen.

Nicht selten kommt es deswegen beispielsweise zu sexuellen Begegnungen zwischen guten Freunden, die zwar nicht die gleiche sexuelle Orientierung, dafür aber den gleichen Kinderwunsch haben.

Mehr Popularität für das Thema Co-Elternschaft

Die Co-Elternschaft erlangte in der jüngsten Vergangenheit einen Popularitäts-Schub. Der Grund hierfür ist Jochen König, ein 34-jähriger Vater aus Berlin, der im Juli 2015 sein Buch „Mama, Papa, Kind?“ (Herder, 192 S., 16,99 Euro) veröffentlicht hat. Darin geht es um seine Erfahrung als Co-Papa der beiden Mädchen Fritzi und Lynn. Die beiden haben unterschiedliche Mütter: Fritzi ist das Kind von Jochen und einer Ex-Freundin und Lynn wurde gemeinsam mit einer lesbischen Freundin gezeugt.

Das Beispiel von Jochen König und seinen beiden Töchtern verdeutlicht eindrucksvoll, wie gut eine Co-Elternschaft funktionieren kann. Außerdem verdeutlicht es, dass Familie nur ein Begriff für viele verschiedene Möglichkeiten ist.

Begegnungen im Internet

Menschen, die sich für das Thema Co-Elternschaft interessieren, aber keinen geeigneten Partner im Freundes- und Bekanntenkreis haben, können sich mittlerweile auch über das Internet kennenlernen. Spezielle Plattformen wie co-eltern.de versprechen einen seriösen und vertrauensvollen Umgang und ermöglichen es Alleinstehenden, Homosexuellen und anderen Menschen, eine Familie zu gründen.

Bild: © Depositphotos.com / mandygodbehear

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