Jugendliche so gut wie noch nie aufgeklärt

aufklaerung_jugendliche

Eine aktuelle Studie, die Mitte November veröffentlicht wurde, brachte überraschende Ergebnisse ans Licht. Demnach sind die Jugendlichen derzeit so aufgeklärt und informiert wie nie zuvor. Der Wissensstand führt auch dazu, dass junge Menschen immer verantwortungsbewusster mit Themen wie Sexualität und Schwangerschaft umgehen.

Das neue Zeitalter der sexuellen Aufklärung

Jugendliche und sexuelle Aufklärung – zwei Themen, die trotz Dr. Sommer und Co. nie so richtig zusammenpassen wollten. Halbwissen und Fehlinformationen hielten sich in der Vergangenheit so hartnäckig, dass Jugendliche ein völlig neues Bild von Sex und Schwangerschaft erhielten. Zu den hartnäckigsten Mythen gehörten beispielsweise Aussagen wie „Beim ersten Mal kann man noch nicht schwanger werden.“ und „Rechtzeitig rausziehen ist eine sichere Verhütungsmethode.“.

Dass in beiden Fällen durchaus zu einer Schwangerschaft kommen kann, scheint endlich in den Köpfen der Jugendlichen angekommen zu sein. Noch nie haben sich junge Menschen so verantwortungsbewusst mit Sexualität auseinandergesetzt wie jetzt. Besonders interessant: Mädchen und Jungen sind laut der aktuellen Studie mit dem Titel „Jugendsexualität 2015“, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgebracht wurde, gleichermaßen gut aufgeklärt.

Umfangreiche Befragungen

Die Studie, die zeigt, wie Jugendliche im Hinblick auf Sex ticken, wurde von Forschungsinstitut Emnid mithilfe von 3500 Jugendlichen zwischen 14 und 17, den Eltern der Kinder sowie 2250 Erwachsenen zwischen 18 und 25 durchgeführt. Untersuchungsgegenstände waren unter anderem sexuelle Aktivitäten und der erste Geschlechtsverkehr.

Das überraschende Ergebnis: Die befragten Jugendlichen sind viel klüger, als das weithin angenommen wird. Sie setzen sich aktiv mit Themen wie Verhütung und Schwangerschaft auseinander und wissen sehr wohl, welche Gefahren Geschlechtsverkehr mit sich bringt.

Vor allem die gestiegene Bereitschaft zur Verwendung von Verhütungsmitteln ist durchaus bemerkenswert. Immer mehr junge Menschen verhüten sogar doppeln, um die Gefahr einer ungeplanten Schwangerschaft so gering wie möglich zu halten.

Anderer Umgang mit Sexualität in Migranten-Familien

Ein weiteres Ergebnis der Studie der BZgA: Die Themen Sex und Verhütung sind in Familien mit Migrationshintergrund weit weniger verbreitet. Hier kommt es noch immer häufiger vor, dass Jugendliche auf Verhütungsmittel verzichten. Der Grund hierfür ist die mangelnde Aufklärung durch die Eltern. Während immerhin zwei Drittel der Mädchen und die Hälfte der Jungen ohne Migrationshintergrund durch ihre Eltern aufgeklärt werden, liegen die die Zahlen bei Migrationsfamilien deutlich darunter. Hier ist es üblich, sich mehr mit Freunden über Sex auszutauschen.

Das erste Mal findet immer später statt

Neben der Verhütung war auch das erste Mal ein zentrales Thema im Zuge der Studie „Jugendsexualität 2015“. Auch hier wurden wieder Unterschiede zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrations-Hintergrund deutlich. Auch hinsichtlich der Geschlechter konnten teils deutliche Unterschiede festgestellt werden. Generell sammeln Mädchen früher sexuelle Erfahrungen als Jungen. Der Mythos, Jugendliche hätten immer früher Sex, wurde durch die Studie allerdings wiederlegt.

Bild: © Depositphotos.com / gdolgikh

Jugendliche so gut wie noch nie aufgeklärt
5 (100%) 1

Hinterlasse eine Antwort