Folsäure in der Schwangerschaft als Schutz gegen Missbildungen

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Die Schwangerschaft – eine der schönsten und bewegendsten Erlebnisse überhaupt. Doch ist besonders während dieser Zeit die Freude auch oft mit viel Leid verbunden. In ganz Europa kommen Jahr für Jahr etwa 5000 Babys mit einem offenen Rücken zur Welt, da sich bei ihnen das Neuralrohr nicht richtig geschlossen hat. Es gelingt Forschern und Medizinern jedoch nicht, diese Zahl zu senken, obwohl es eine relativ einfache Lösung gäbe – ihr Einsatz ist jedoch sehr umstritten.

Der erste Ultraschalltermin für eine Schwangere ist in den meisten Fällen Ende der fünften bis Anfang der sechsten Schwangerschaftswoche. Eben um diese Zeit ist auch der erste Herzschlag zu sehen und die Anlagen für Rückenmark und Hirn werden gebildet. Genau an der Stelle, wo einmal der Rücken des Babys sein wird, entsteht zunächst eine Art Rinne, welche sich später einmal schließt. So entsteht das so genannte Neuralrohr. Dieses wird später einmal das Zentrum des Nervensystems bilden.  Leider ist es so, dass gerade dieser Schritt in der Entwicklung extrem anfällig für Fehlbildungen ist.

Hohe Zahl an Fehlbildungen durch offenen Rücken

Funktioniert nun dieser eine Schritt des Schließens des Neuralrohres nicht richtig, so kommt es zu Defekten. Dies hat für rund 5000 Babys europaweit Jahr für Jahr zur Folge, dass sie mit Lücken im Schädel oder an der Wirbelsäule zur Welt. Dies kann zur Folge haben, dass Teile des Gehirns fehlen oder das Rückenmark freiliegt. Nun gibt es mehr als nur eine Ursache für den so genannten Neuralrohrdefekt. Oft ist es auch im Erbgut verankert. Obgleich es bereits vor Jahrzehnten erwiesen wurde, dass der Folsäuremangel einen entscheidenden Einfluss auf diese Entwicklung hat, können die Zahlen der Babys mit Neuralrohrdefekt nicht reduziert werden. Warum?

Folsäure als Retter in der Not?

Bereits vor mehr als 20 Jahren wiesen Wissenschaftler darauf hin, dass die Einnahme von Folsäure bereits im Vorfeld einer Empfängnis, das Risiko dieser Art von Fehlbildung um bis zu 70% reduzieren kann. Warum also gelingt es dann nicht?  In Amerika ist die Wissenschaft einen Schritt weiter. Hier ist die Kenntnis um die Wichtigkeit der Folsäureversorgung gegeben, sodass eine Verordnung in Kraft trat, die solche Defekte um satte 30% zurückgehen ließ. Sie haben die Industrie angewiesen, vorzubeugen. So müssen Hersteller von Getreideprodukten etwa ihre Produkte mit Folsäure zusätzlich anreichern.

Sicher ist es schwierig, wenn Mediziner sagen, dass Frauen die eine Schwangerschaft planen bereits im Vorfeld täglich etwa 400 Mikrogramm Folsäure zusätzlich aufnehmen sollen. Stellt sich hier zu Recht die Frage, was ist bei ungeplanten Schwangerschaften? Obgleich heute die meisten Frauenärzte ihre schwangeren Patientinnen mit einem Folsäurepräparat ausstatten, ist es doch nicht immer gegeben, dass hierdurch die vorschwangerschaftlichen Defizite aus der Versorgung mit diesem Vitamin B ausgeglichen werden können.

Bild: © Depositphotos.com / NataliaD

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