Adoptionen in Deutschland: Zahlen steigen wieder an

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Wenn Paare auf natürlichem Wege kein Kind bekommen können, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um ihren Kinderwunsch doch noch zu verwirklichen. Einer davon ist die Adoption. Während die Zahlen in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken sind, wurde 2014 erstmals wieder ein Anstieg der Adoptionen vom Statistischen Bundesamt verzeichnet.

Mehr Adoptionen in 2014

2013 wurden in Deutschland 3793 Adoptionen verzeichnet. Das waren 2,4 % weniger als im Jahr 2012. Auch davor konnte immer wieder verzeichnet werden, dass die Zahlen der Adoptionen in Deutschland kontinuierlich sanken. 2014 kam es nun erstmals wieder zu einem Anstieg der Adoptionen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 3805 Kinder adoptiert. Der Anteil von Jungen und Mädchen ist hierbei fast ausgeglichen. Insgesamt wurden 1960 Jungen und 1845 Mädchen adoptiert.

Nur wenige ausländische Adoptionen

Am häufigsten erfolgte im vergangenen Jahr eine Adoption durch Stiefeltern. Immerhin 2190 Adoptionen wurden durch eine Stiefmutter beziehungsweise einen Stiefvater übernommen. Rund 1500 Adoptionen wurden von nicht-verwandten Personen übernommen und lassen darauf schließen, dass es sich hierbei um kinderlose Paare handelt. Genaue Angaben dazu wurden jedoch nicht vom Bundesamt für Statistik gemacht.

Interessant ist weiterhin auch, dass der Großteil der adoptierten Kinder aus Deutschland kam. Nur in 622 Fällen war das adoptierte Kind nicht Deutsch.

Im Hinblick auf das Alter der adoptierten Kinder im vergangenen Jahr lässt sich sagen, dass die meisten im Alter zwischen einem und drei Jahren adoptiert wurden. Je älter die Kinder waren, desto weniger Adoptionen konnten verzeichnet werden. Eine Ausnahme stellen hierbei ausländische Kinder dar. Hier zeigt die Statistik, dass im vergangenen Jahr immerhin 110 Kinder zwischen 15 und 18 Jahren durch deutsche Familien adoptiert wurden.

Der schwere Weg einer Adoption

Insgesamt dürften die Zahlen der Adoptionen im vergangenen Jahr eher überraschen. Setzt man diese in ein Verhältnis zu den Paaren mit Kinderwunsch, erscheint die Anzahl der Adoptionen doch sehr gering. Der Grund hierfür: Es gibt wesentlich mehr potentielle Adoptiveltern als –kinder.

Hinzu kommt, dass eine Adoption ein überaus schwieriger Prozess ist. Vor allem homosexuelle Paare haben es noch immer besonders schwer, ein Kind zu adoptieren. Für Lesben und Schwule ist eine Adoption (wenn überhaupt) meist nur über mehrere Umwege möglich. Viele Paare versuchen deswegen ihr Glück im Ausland und informieren sich (im Falle von schwulen Paaren) über die Möglichkeit einer Leihmutterschaft außerhalb von Deutschland. Für Sie ist die Erfüllung des Kinderwunsches nochmal ein ganzes Stück schwieriger als für heterosexuelle Paaren.

Bild: © Depositphotos.com / photography33

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