Die ambulante Geburt – In der Klinik oder im Geburtshaus?

Zuhause entbinden

Viele Frauen möchten während der Geburt natürlich umfassende Sicherheit sowie persönliche Betreuung. Doch sie möchten auch so schnell wie möglich wieder zurück in ihre gewohnte Umgebung. Ein guter Kompromiss zu stationärer Aufnahme nach der Geburt und Hausgeburt ist da die ambulante Geburt in der Klinik oder in einem Geburtshaus.

Sicherheit für die Schwangere

In einer Klinik bietet eine ambulante Geburt der werdenden Mutter genauso viel Sicherheit, wie es bei einer stationären Geburt der Fall wäre. Betreuendes Fachpersonal sowie technische Ausstattung im Kreißsaal können eine schnelle medizinische Versorgung bei möglichen Komplikationen garantieren. Ist mit Mutter und Kind alles in Ordnung, können bei einer ambulanten Geburt beide das Krankenhaus etwa 4 bis 24 Stunden nach der Entbindung verlassen und in ihre vertraute Umgebung zurückkehren. Wann es nach einer ambulanten Geburt nach Hause gehen kann, ist dabei auch ein wenig vom Geburtszeitpunkt abhängig. Wird ein Kind am Abend oder in der Nacht geboren, dann ist der Aufenthalt meist etwas länger. Natürlich ist die Dauer des Aufenthalts nach der ambulanten Geburt auch immer von der Klinik abhängig.

Während der ambulanten Geburt stehen die Hebammen der Klinik natürlich die gesamte Zeit zur Verfügung, aber es ist – ja nach Klinik – durchaus auch möglich, zur ambulanten Geburt eine eigene, freiberufliche Hebamme als Geburtsbegleitung mitzubringen.

Ambulante Geburt im Geburtshaus

Hat sich eine schwangere Frau für eine ambulante Geburt entschieden, kann ein Geburtshaus eine Alternative zum Krankenhaus sein. Etwa 100 Geburtshäuser gibt es aktuell in Deutschland, welche meist von mehreren Hebammen in enger Kooperation mit Ärzten betrieben werden.

Das Geburtshaus verbindet dabei ein wohnliches Ambiente mit hohen Sicherheits- und Hygienestandards.

Soll die ambulante Geburt im Geburtshaus erfolgen, sollten werdende Mütter wissen, dass die medizinischen Möglichkeiten natürlich etwas eingeschränkter sind, als das in einer Klinik der Fall ist. Dennoch steht natürlich auch hier medizinische Ausrüstung mit Sauerstoff- und CTG-Überwachungsgeräten für die gesamte Zeit der ambulanten Geburt zur Verfügung.

Geburtshäuser sind dabei auch meist nicht weit von einer Klinik entfernt, so dass auch bei einer ambulanten Geburt im Notfall eine schnelle medizinische Versorgung von Mutter und/oder Kind sichergestellt werden kann.

Bei einer Entbindung im Geburtshaus handelt es sich im Übrigen immer um eine ambulante Geburt, da Geburtshäuser nicht auf die Nachbetreuung ausgelegt sind.

Die Vorteile einer ambulanten Geburt

Eine ambulante Geburt kann durchaus Vorteile mit sich bringen. Der vermutlich größte Vorteil liegt – so haben Studien gezeigt – im Ausbleiben beziehungsweise weniger starken Auftreten von Wochenbettdepressionen.

Die Zeit nach der ambulanten Geburt

Ganz gleich, ob in der Klinik oder im Geburtshaus: Unmittelbar im Anschluss an die ambulante Geburt wird die U1 – also die erste Vorsorgeuntersuchung des neugeborenen Kindes – von einer Ärztin/ einem Arzt oder der Hebamme durchgeführt.

Wer sich für eine ambulante Geburt entschieden hat, sollte schon im Vorfeld nach einem Kinderarzt suchen. Denn die U2 (zweite Vorsorgeuntersuchung), welche zwischen dem 4. und dem 10. Lebenstag nach der Geburt erfolgt, darf nur von einem Arzt durchgeführt werden. Natürlich hat die Mutter auch nach einer ambulanten Geburt Anspruch auf die Hausbesuche einer Nachsorgehebamme während der Zeit des Wochenbetts.

Gerade beim Wunsch nach einer ambulanten Geburt sollten werdende Eltern beziehungsweise Mütter schon vor der Entbindung einiges regeln, was die Zeit des Wochenbetts betrifft. So stellt sich meist die Frage, wer nach einer ambulanten Geburt den Haushalt oder auch die Betreuung und Versorgung von Geschwisterkindern übernimmt. Denn gerade nach einer ambulanten Geburt ist die Ruhe für die Mutter besonders wichtig, damit sie sich möglichst uneingeschränkt auf das Neugeborene konzentrieren kann.

Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen Krankenkassen auch für einen gewissen Zeitraum die Kosten einer Haushaltshilfe nach einer ambulanten Geburt. Natürlich kann der Vater auch helfen, vielleicht sind auch Verwandte und Freunde da, die der frischgebackenen Mutter nach der ambulanten Geburt unter die Arme greifen können.

Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia

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